Formen philosophischer Schriftstellerei

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass große Neuerungen in der Geschichte der Philosophie oft auch mit Neuerungen in der Art der Kommunikation von Philosophie, mit neuen Formen philosophischer Schriftstellerei verbunden waren. Neue Fragestellungen erzwangen auch neue Formen der Mitteilung, von denen aus daher die Inhalte oft erst angemessen erschlossen werden können. Dazu 1997-2011 ein über drei Semester angelegter Cursus von Vorlesungen an der Universität Greifswald: 

  1. Hauptwerke der Philosophie der Antike und des Mittelalters (das Lehrgedicht von Parmenides, die Dialoge Platons, die Lehrschriften des Aristoteles, die Bekenntnisse des Augustinus und die Summa bei Thomas von Aquin), 
  2. Neue Formen philosophischer Schriftstellerei in der Neuzeit (die Essais Montaignes, die Meditationen Descartes’, die Pensées Pascals, das System Spinozas, die lexikalische Enzyklopädie der französischen Aufklärer, die Kritiken Kants und die systematische Enzyklopädie Hegels), 
  3. Neue Formen der "indirekten Mitteilung" im 19. und 20. Jahrhundert, insbesondere bei Kierkegaard, Nietzsche, Wittgenstein und Derrida. 

Publikation der Vorlesungen geplant. 

  • Platon und Nietzsche - Dialog und Aphorismus. Über Medien des Philosophierens und ihre Bedeutung für die Inhalte des Philosophierens (in serbischer Sprache, übers. v. B. Arsic, mit deutscher Zusammenfassung), in: Filozofski Godisnjak (Beograd) [Philosophisches Jahrbuch (Belgrad)] 6 (1993), 45-59 [ersch. 1994]; in griechischer Sprache, übers. von Theresa Pentsopoulou-Valalas, in: Theresa Pentsopoulou-Valalas (Hg.), Nietzsche und die Griechen (O Nitze kai oi Ellaenes), Thessaloniki (Ekdoseis Zetros) 1997, 71-96.
  • Philosophieren als Vermeiden einer Lehre. Inter-individuelle Orientierung bei Sokrates und Platon, Nietzsche und Derrida, in: Josef Simon (Hg.), Distanz im Verstehen. Zeichen und Interpretation II, Frankfurt am Main (Suhrkamp) 1995, 214-239 (stw 1212). - Auszugsweiser Nachdruck in: Basler Magazin. Politisch-kulturelle Wochenend-Beilage der Basler Zeitung 77, Nr. 13, vom Samstag, dem 30. März 1996, S. 11.
  • Aporien der Vollendung. Ist Aristoteles‘ Metaphysik eine Metaphysik?, in: Danilo N. Basta / Slobodan Zunjic / Mladen Kozomora (Hg.), Kriza i perspektive filozofije. Mihailo Djuriću za sedamdeseti rodendam (Festschrift für Mihailo Djurić zum 70. Geburtstag), Belgrad (Tersit) 1995, 383-406.
  • Die Zeit und die Schrift. Berührungen zwischen Levinas und Derrida, in: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie 21.1 (1996), 3-24. - Wiederabdruck in: Thomas Freyer / Richard Schenk (Hg.), Emmanuel Levinas - Fragen an die Moderne, Wien (Passagen) 1996, 51-72.
  • Anti-Lehren. Szene und Lehre in Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra, in: Volker Gerhardt (Hg.), Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra (Klassiker auslegen), Berlin (Akademie) 2000, 191-224. 
  • Der See des Menschen, das Meer des Übermenschen und der Brunnen des Geistes. Fluss und Fassung einer Metapher Friedrich Nietzsches, in: Nietzsche-Studien 39 (2010), 145-179. — Auszugsweise unter dem Titel „Das Meer des Übermenschen. Zarathustras Lehre im Fluss der Metaphern” wiederabgedruckt in: Nietzscheforschung 18 (2011), 139-153. 
  • Start-Paradoxien moderner Orientierung. Über Spinozas Ethik und ihr höchstes Gut im Blick auf Luhmanns Systemtheorie, in: Hubertus Busche (Ed. in Collaboration with Stefan Hessbrueggen-Walter), Departure for Modern Europe. A Handbook of Early Modern Philosophy (1400 and 1700), Hamburg (Meiner) 2011, 207-216. 
  • Nietzsche zur Einführung, Hamburg (Junius) 2011, 212 S.
  • Nietzsches Befreiung der Philosophie. Kontextuelle Interpretation des V. Buchs der Fröhlichen Wissenschaft, Berlin/Boston (De Gruyter) 2012, 754 S.
  • Oh Mensch! Gieb Acht! Kontextuelle Interpretation des Mitternachts-Lieds aus Nietzsches Also sprach Zarathustra, in: Nietzsche-Studien 42 (2013), 85-115.
  • „Auch der Muthigste von uns hat nur selten den Muth zu dem, was er eigentlich weiss ...” (GD, Sprüche und Pfeile 2). Grenzen der philosophischen Erkenntnis im Nihilismus und Nietzsches Kunst der Sentenz (Thesen), in: Céline Denat / Chiara Piazzesi (Hg.), Lectures de „Götzen-Dämmerung“ de Nietzsche / Letture di „Götzen-Dämmerung“ di Nietzsche, Pisa (ETS) 2014 (im Erscheinen).
  • Fünftes Buch: „Wir Furchtlosen“. Die Zwischenzeit der Heiterkeit, in: Jutta Georg / Christian Benne (Hg.), Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (Klassiker Auslegen), Berlin / Boston (Akademie-Verlag) (im Erscheinen).
  • Eine Frage zum Schluss. Das neunte Hauptstück: „was ist vornehm?“, in: Marcus Andreas Born (Hg.), Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse (Klassiker Auslegen), Berlin / Boston (Akademie Verlag) (im Erscheinen). 
  • Beseligende Freiheit der menschlichen Orientierung. Nietzsches „Typus Jesus“, in: Jahrbuch für Religionsphilosophie, hg. von Holger Zaborowski und Ekaterina Poljakova (im Erscheinen).